Wenn man Dinge akzeptieren muss, weil sie absolut nicht veränderlich sind


Über die Kunst der Akzeptanz


Manchmal gibt es Situationen, bei denen man sich gerne eine Veränderung wünscht und es scheint auch erst mal nichts dagegen zu sprechen. In Gedanken und Bildern malt man sich die neue tolle Veränderung aus, verschwindet in Tagträumereien und vergisst (oder verdrängt) dabei den Gedanken, dass es vielleicht gar nicht möglich ist.

Mir ist es nun persönlich so ergangen und ich habe im Moment ein kleines bisschen daran zu nagen.

Denn ich hatte zwischendurch mal kurz den Gedanken, dass es nicht klappen könnte, aber den habe ich ganz schnell wieder in eine Schublade gesteckt auf der groß stand: Wird nicht passieren - zack, bumm, aus, weg damit!


Ich möchte nicht zu sehr auf Details eingehen, aber es ging um eine körperliche Veränderung, die mir im besten Fall einfach eine medizinische Erleichterung im Alltag ermöglicht hätte.



Der Tag X an dem ich meinen Termin zur Besprechung hatte


Ich wartete also auf meinen Termin für die Voruntersuchungen und war sehr aufgeregt. Im Grunde war ich dennoch mehr darauf gepolt, dass es schon funktionieren wird und meine Erwartung womöglich bald nicht mehr nur noch eine Erwartung sein wird. Es war schön in einer kleinen Vorfreude zu schweben.

Nach den Messungen folgte dann im Anschluss das Gespräch und damit auch die volle Ernüchterung.

Die Nachricht lautete nämlich: Es tut uns Leid wir hätten gerne, aber es ist nicht möglich.


Ok! Stille. In meinem Kopf rattert es. wie jetzt?.......es geht wirklich überhaupt nicht?......also wirklich garnicht garnicht???



In weniger als einer Sekunde zerplatzt


Natürlich waren meine Voraussetzungen für die Veränderunge schon etwas schwieriger als bei anderen, dass wusste ich schon vorher, jeodch mit "es gibt absolut keine Möglichkeit" hatte ich wirklich nicht gerechnet.


Eigentlich war ich recht gefasst nach dieser Nachricht und naja was sollte ich schon tun, es war nun mal so. Egal, was oder wie ich jetzt reagiere, es wird nichts daran ändern.



Meine Reaktion war zu erwarten


Nach dem Gespräch, als ich dann langsam die Praxis verließ, überkam mich dann doch eine kleine Welle der Enttäuschung und wer meinen letzten Beitrag zur Heulsuse gelesen hat (hier) weiß nun auch, was jetzt folgte, denn es kullerten mir ein paar Tränen über meine Wangen und ich fühlte eine Mischung aus Enttäuschung, Wut auf die ganze Welt und das mir aber auch nichts gegönnt sei usw.


Schnell waren die Tränen weg, da kam ich dann auch schon zum eigentlich schwierigere Part, nämlich jenes Ergebnis so stehen zu lassen und zu akzeptieren. Ehrlich gesagt, darin bin ich nicht besonders gut, aber was anderes blieb mir eigentlich auch gar nicht übrig.

Jetzt einen Tag später spüre ich immer noch die Enttäuschung und mein Kopf will das immer noch nicht so recht akzeptieren und den kleinen Traum loslassen, weil er einfach mal kurz geplatzt ist.


Ein Licht im Dunkeln sagte leise Danke!


Doch dann wurde ich heute morgen nochmal daran erinnert, dankbar zu sein, auch für dieses Körperteil, welches ich im Moment nicht verändern kann und es anzunehmen so wie es ist.


Klingt phänomenal einfach, aber ist scheiße schwer, um es mal auf den Punkt zu bringen.

Ich hatte Erwartungen, vielleicht sogar mehr als ich eigentlich gedacht hatte und diese wurden nun nicht erfüllt - ja, das ist ungerecht und gemein und es fühlt sich auch nicht toll an, aber im Grunde genommen ist nichts passiert und das Körperteil ist auch insoweit "gesund".



Es ändert sich nichts - das hat auch etwas Gutes


Ich kann dankbar sein, denn ich könnte es auch durch andere Gegebenheiten ganz verlieren und das wäre eine ganze Hausnummer schwerer.

Ein kleines bisschen weiß ich auch, dass hinter meiner Erwartung auch ein kleiner Optimierer stand, aber auch hier zeigt mir das Leben, dass ich auch zu lernen habe, dass ich im "nicht optimierten" Zustand immer noch gleich viel wert bin.


Wie gesagt, Akzeptieren ist keine meiner Stärken, ob ich daran was verändern kann ist ein andere Frage und ein anderes Thema. Jetzt im Moment geht es nur darum, diese Information so sein zu lassen, wie sie ist.

Natürlich wäre es schön gewesen, aber letztendlich hat sich nichts an meinem Wert verändert und ich habe dadurch auch keinen Schaden erlitten.

Der eine oder andere fragt sich nun, warum sagt sie eigentlich nicht konkret worum es geht - Brustvergrößerung? Fettabsaugung? Vollere Lippen? Augenlasern? Nasenkorrektur? Lidstraffung??? Ja, das lasse ich tatsächlich beabsichtigt offen, denn ich will das nicht auf irgendein Körperteil fixieren, wo es viele unterschiedliche Meinungen zur Notwendigkeit geben kann.

Das muss und soll jeder für sich selbst entscheiden. Hier geht es rein um die Aussage, dass es passieren kann, dass es einfach anatomisch nicht umsetzbar ist oder unsere Erwartungen nicht erfüllt werden können und das es dann erst mal nur einen Weg gibt, nämlich zu akzeptieren, dass es jetzt nun mal so ist...